Atemschutzmasken – Worauf Sie achten müssen

Schutzmaske ist nicht gleich Schutzmaske. Durch Corona ist das Thema Atemschutz so stark geworden wie noch nie. Plötzlich beschäftigt sich die ganze Nation mit dem Thema Atemschutzmasken, was nicht zuletzt durch die kürzlich eingeführte Maskenpflicht zwangsläuft dazu geführt hat. Doch worin liegen die Unterschiede bei den Schutzmasken und worauf sollten Anwender beim Kauf einer Atemschutzmaske achten? Dies und mehr erfahren Sie im folgenden Bericht.

Die Unterschiede bei den Atemschutzmasken sind enorm. Es gibt chirurgische Atemschutzmasken (Mund-Nasen-Schutz), Feinstaubmasken und Masken aus Stoff. Der Schutz kann nach Angaben von Fachleuten und Untersuchungen bei einfachen chirurgischen Masken den Träger selbst nicht ausreichend vor Ansteckungen bewahren, sondern größtenteils sein Umfeld bei einer Entfernung ab ca. 2 Metern. Bei selbstgenähten Stoffmasken oder einem Schal ist die Ansteckung in beiden Richtungen noch höher gegeben, jedoch natürlich immer noch weniger als ohne jeglichen Schutz. Einen absoluten Ansteckungsschutz- auch vor Viren- für den Träger bieten mur FFP3 (nicht FFP2) Schutzmasken. Auch hier gibt es jedoch Unterschiede! FFP3-Masken mit und ohne Ausatemventil: Bei Masken mit einem Ventil wird nur der Träger schützt und nicht das Umfeld. Das bedeutet, dass diese Masken im Grunde während der Maskenpflicht nicht verwendet werden dürfen, da man andere Menschen immer noch anstecken kann. FFP3-Masken ohne Ventil sind hingegen legitim. Sie schützen sowohl den Träger als auch das Umfeld. Diese Art von Masken können jedoch nicht lange getragen werden, da der Sauerstoff in einer solchen Maske sehr gering ist und man viel Kohlendioxid wieder einatmet. Selbst bei chirurgischen Masken oder dichten Stoffen besteht für viele Träger das Problem nach einer gewissen Zeit. Anhand der folgenden Grafik kann man gut die Unterschiede der einzelnen Masken erkennen.

FFP steht für Filtering Face Piece und ist in insgesamt 3 Kategorien einstuft; FFP1, FFP2 und FFP3.Zudem schützen nur die Halbmasken mit der DIN-Norm DIN EN 149:2001 + A1 2009 vor Partikel. Im Folgenden eine kleine Liste über die einzelnen Filteleistungen:

FFP1 hat eine Filterleistung von mindestens 80% - kein Schutz vor Bakterien und Viren

FFP2 hat eine Filterleistung von mindestens 94% - kein Schutz vor Bakterien und Viren

FFP3 hat eine Filterleistung von mindestens 99% - Schützt vor Bakterien und Viren

Zudem gibt es diverse Markierungen in Form von Buchstaben. Die "D"-Markierung auf Einweg Atemschutzmasken steht z.B. für die Erfüllung einer Zusatzanforderung aus der Norm DIN EN 149, der Dolomitstaubprüfung. Hierin wird getestet, ob die Maske nach einer Beladung mit Dolomitstaub noch einen guten Atemwiderstand erreicht. Die "D"-Markierung ist damit ein Qualitätsmerkmal für das verwendete Filtermaterial und stellt sicher, dass eine Maske auch bei einer hohen Staubkonzentration über eine lange Einsatzdauer getragen werden kann.

Die "R"-Markierung auf einer Einweg Atemschutzmaske steht für wiederverwendbar (reusable) gemäß der Norm DIN EN 149. Dabei wird die Reinigbarkeit der Masken getestet, sodass die Masken auch in einer zweiten Arbeitsschicht wiederverwendet werden können. Falls die Maske reinigbar ist, erhält sie somit die "R"-Markierung. Sollte dies nicht der Fall sein erhält sie die "NR" (non reusable)-Markierung. R D Markeierungen sind somit ein sehr gutes Qualitätsmerkmal! 

FFP1 und FFP2 Masken finden ihre Verwendung größtenteils im gewerblichen oder privaten Gebrauch, beipielsweise beim Arbeiten mit Schadstoffen wie z. B. bei der Holzbearbeitung, Bauarbeiten, Schweißerarbeiten, der Metallbearbeitung, Entsorgungsarbeiten oder der Landwirtschaft. Bei den Schadstoffen handelt es sich hierbei größtenteils um feine Partikel wie Holzstaub, Farbpartikel, anderer Staub und Fasern. Ausschließlich FFP3 Masken werden im Medizinischen Bereich in Bezug auf Bakterien, Viren, Infektionen und Legionellen verwendet, da sie die einzigen Masken sind, die davor zu 99% schützen!

Beim Kauf einer FFP3-Maske ist gerade in Zeiten von Corona oder anderen Krisen, die Engpässe verursachen immer besondere Vorsicht geboten! Leider gibt es selbst in solchen Zeiten immer wieder Personen, die sich die Notlage zu Nutze machen und damit Geld verdienen möchten. Es werden teilweise nutzlose Masken billig in China hergestellt und mit FFP3 deklariert sowie teilweise zu extrem hohen Preisen verkauft. Hierzu folgende Rapex Meldung: Achtung – Behörde warnt vor unsicheren Atemschutzmasken. Das Rapex, (Rapid Exchange of Information) System ist ein Schnellwarnsystem der EU für den Verbraucherschutz.

 

Neben dem Beachten der DIN-Nomen sollte daher auch ein Augenmerk auf den Hersteller liegen. Je bekannter die Marke, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass es auch eine korrekte Atemschutzmaske ist, sofern es sich nicht um Fälschungen handelt. Der deutsche Hersteller UVEX ist z.B eine bekannte und vertrauenswürde Marke in Sachen Arbeitsschutz und Atemschutz. Alle UVEX Atemschutzmasken entsprechen geltenden DIN-Normen und sind geprüft. Auf der Website des Herstellers stehen viele unterschiedliche Atemschutzmasken zur Auswahl. Ob Faltmaske oder Formmaske, ob mit Nasenclip oder metallfrei, ob Einweg oder wiederverwendbar, mit Kühlungseffekt oder Geruchsfilterung: Von FFP1- bis FFP3-Masken bietet UVEX für jeden Anwendungsbereich genau die richtige Atemschutzmaske. Natürlich ist UVEX nicht der einzige vertrauenswürdige Hersteller von Atemschutzmasken. Schauen Sie vor dem Kauf einfach nach dem Herstellungsland und dem vom Verkäufer angegebenen Impressum des Herstellers.  

Damit die Atemschutzmaske ihre Funktion zu 100 Prozent erfüllen kann, ist es sehr wichtig, auf die korrekte Tragweise – gegebenenfalls auch in Kombination mit einer passenden Arbeitsschutzbrille – zu achten. Atemschutzmasken müssen eng umschlossen anliegen, Mund und Nase bedecken und dürfen keine Luftlöcher haben. Diese Anpassung ist z.B. mit den Atemschutzmasken von UVEX sowie anderen qualitativen Atemschutzmasken gut zu handhaben und dank des Ausatemventils kann auch über einen etwas längeren Zeitraum eine solche Maske getragen werden. Ohne Ventil sieht es da schon etwas anders aus, hier wird die Luft bereits nach wenigen Minuten etwas eng, da die Sauerstoffzufuhr gemindert wird. Auf Dauer geschieht dies bei allen Arten von Masken. Zudem kann beim Atmen unter Atemschutzmasken auf Dauer eine Rückatmung von Kohlendioxid (CO2) sowie Keimbildung aufgrund von Feuchtigkeit entstehen. FFP-Masken können zudem dazu führen, dass Menschen mit Atemwegserkrankungen beim Atmen ermüden. Gerade Menschen mit Asthma, COPD oder anderen Atemwegserkrankungen laufen dann Gefahr, an Atemkraft zu verlieren und weniger Kohlendioxid ausatmen zu können. Daher sollten diese Personen dichte Masken immer nur in Absprache mit dem Arzt tragen. Beim langen und häufigen Tragen von Atemschutzmasken oder Stoffen können durch die höhere Feuchte auch bei gesunden Menschen Lungenprobleme auftreten. 

Auch Stoffmasken und chirurgische Masken können, wenn sie lediglich zum Schutz vor Ansteckung verwendet werden, mehrfach verwendet werden, wenn nach dem Tragen eine Desinfizierung stattfindet. Diese kann in Form eines mit ca. 70° Celsius vorgeheizten Backofens erfolgen. Hier können diese Masken innerhalb von 30 Minuten desinfiziert werden. Warnung: Wenn die Masken ein Stück Draht oder Metallteile beinhalten, sollten Sie diese unter keinen Umstände in die Mikrowelle legen. Blitze oder Funkenschlag könnten die Folge sein. Selbst genähte Mund-Nasen-Schutze oder Schals können auch in der Waschmaschine gewaschen und dabei auf 60° Celsius erhitzt werden. Das ECO-Programm sollte dabei aber jedoch ausgeschaltet werden, da sonst so hohe Temperaturen meist nicht erreicht werden. Nach dem Waschen können Anwender ihre Mund-Nasen-Schutze oder selbstgenähten Masken oder Schals im Trockner trocknen oder bügeln. Ein Bügeleisen erreicht sehr hohe Temperaturen und tötet daher ebenfalls Viren ab. FFP3-Masken dürfen nicht mittels Backofen, Waschen oder bügeln desinfiziert werden.Abschließend noch ein weiterer Tipp: Wer auf Nummer sicher gehen möchte und kein Brillenträger ist, der zieht sich im öffentlichen Nahverkehr oder in Geschäften auch eine Schutzbrille oder Sonnenbrille an, denn auch über die Augen kann man sich anstecken. Hier reicht schon ein kurzes reiben mit ungewaschenen oder nicht desinfizierten Fingern oder ein anniesen oder husten.

Fazit: Einen 99 Prozentigen Schutz vor Corona bieten nur FFP3-Atemschutzmasken! Nur Masken wie diese schützen auch vor Bakterien und Viren und sind ohne Ventil sogar für den Träger und das Umfeld gleichzeitig nützlich. Jedoch sind diese Art von Schutzmasken vorwiegend für den medizinischen Bereich vorgesehen und sollen vor allem das Krankenhauspersonal beispielsweise auf Intensiv- oder Quarantänestationen vor Ansteckungen schützen. Wer mit einem chirurgischen Mund-Nasen-Schutz und einer Brille aus dem Haus geht, der ist jedoch immer noch besser geschützt als ohne jeglichen Schutz. Vor allem schützt jeder somit sein Umfeld, was in der Masse jedem zu Gute kommt. Wer nichts anderes als eine selbstgenähte Maske, ein Tuch oder ein Schal hat, der hilft sich und anderen damit natürlich auch mehr als ohne alles, doch viel Wirkung versprechen Stoffe in beiden Richtungen nicht.

English version of this report

Kommentare   
+2 # Ferkel 2020-04-29 13:10
In den Medien wird immer wieder behauptet, dass auch FFP2-Masken vor Viren schützen. Hier wird nur FFP3 genannt. Manche behaupten FFP2 und FFP3 Masken. Was stimmt denn nun?
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0 # Corona-123 2020-06-28 10:36
Die einen schützen zu 95% die anderen zu 99%, dass FFP2 nicht schützt ist daher eigentlich falsch.
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0 # Ferkel 2020-07-02 13:13
99% ist aber sicher, 95% nicht!
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+4 # Coronald 2020-04-28 09:07
Das Atmen unter FFP-Masken aber auch unter normalen medizinischen Masken oder Stoffen kann einem auf Dauer ganz schön den Sauerstoff rauben. Auch das ständige Einatmen von CO2 ist nicht gerade gut. Länger als 30 Minuten am Stück sollten keine dircht anliegenden Masken getragen werden. Man muss hin und wieder an freien Orten an der frischen Luft die Maske herunternehmen und Luft schnappen. Dann kan man sie wieder aufsetzen.
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+2 # Ralf 2020-04-27 09:11
Am Anfang der Corona-Krise hieß es noch aus offizieller Seite Masken würden nichts nützen. Vermutlich eine gezielte Desinformation aufgrund der Tatsache, dass es einen erheblichen Mangel an Masken gab. Bürger sollen doch aufhören Atemschutzmasken zu kaufen... Heute heißt es plötzlich: Oh, Mundschutz ist doch nützlich und es wird sogar zur Pflicht gemacht. :-*
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+5 # Die Maske 2020-04-24 08:07
Einen Mundschutz bzw. eine Atemschutzmaske tragen wird ja nun in ganz Deutschland zur Pflicht. Wer hätte das gedacht. Am Anfang der Coronakrise hatte ich schon überlegt mit einem Mundschutz in den Aldi zu gehen, doch ich wollte nicht als einziger mit einer Maske im Laden herumlaufen. Nun wird man wohl blöd angeschaut, wenn man keine trägt. Aber ich finde es gut!
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