Sklaverei kommt immer mehr in Mode

Ob Musik- und Filmindustrie oder Werbetreibende, die Botschaft ist klar: Modemäßig muss Mann und Frau immer im Trend sein. Man will ja immer „Up to Date“ sein. Für Millionen von Kindern in Indien gehören Sklaverei und Zwangsarbeit zu ihrem Alltag! Vor allem junge Mädchen haben es in dem von armut gebeutelten Land schwer. Sie müssen täglich 12 bis 16 Stunden in Fabriken- in denen sie praktisch rechtlos- sind schuften. Oftmals sogar in gebeugter Haltung und in Akkordarbeit! Auch 24-Stunden-Schichten sind hier keine Seltenheit. Dabei werden sie von den Aufsehern beschimpft, geschlagen und sexuell belästigt.

Das Essen, das den Arbeiterinnen serviert wird, ist oftmals sogar schon faul und verdorben. In vielen Hallen gibt es keine Ventilatoren und an den alten Maschinen verletzen sie sich häufig.  Die Arbeiterinnen leben eingesperrt auf dem Fabrikgelände und schlafen dicht gedrängt in finsteren Baracken. Selbst um den versprochenen Lohn, der weit unter dem indischen Mindestlohn liegt, werden viele Angestellte noch betrogen. Überstunden werden nicht bezahlt und die Arbeiterinnen können nichts dagegen tun. Die Mädchen haben zudem kaum Kontakt zur Außenwelt. Nicht einmal zu ihren Eltern. Täglich versuchen viele aus den Fabriken zu entkommen. Ohne fremde Hilfe schaffen dies jedoch leider nur die wenigsten. Manche der Mädchen sehen jedoch leider Selbstmord als letzten Ausweg.

Sklavenarbeit für unseren Wohlstand

Die so unter menschenverachtenden Umständen hergestellten Klamotten werden in alle Welt exportiert und vor allem in Discountern günstig angeboten. Ja, auch in Deutschland bekommt man diese Kleidung zu genüge. Am meisten profitiert die Textilindustrie von dieser modernen Sklaverei. Leider werden aber auch Verbraucher zu einer Art Mittäter, wenn sie diese Billigmode kaufen. Wer wundert sich nicht, wenn eine Jeans 10 EUR oder weniger kostet oder ein Hemd für 4 EUR angeboten wird?  Viele können sich jedoch aufgrund ihres geringen Einkommens oder der Arbeitslosigkeit keine teureren Klamotten leisten. Ein schlimmer Teufelskreis, der natürlich seitens vieler Unternehmen schamlos ausgenutzt wird. Hier kann sich also niemand die Hände in Unschuld waschen.

Was können Konsumenten dagegen tun?

Muss es denn immer neu sein? Second-Hand Läden sind auch eine gute Alternative. Auch gibt es immer mehr Kleidertausch-Aktionen. Natürlich möchte man nicht ganz auf neue Ware verzichten. Vor dem Einkaufsbummel kann man sich selbst die Frage stellen: „Brauche ich jetzt die Kleidung oder will ich sie nur?“ Wer neue Klamotten kaufen möchte möchte und dennoch etwas gegen die Missstände tun will, der sollte vor dem Einkauf von Modeartikel mehr hinterfragen. Je mehr Kunden vor dem Kauf bei Handelshäusern nachfragen, unter welchen Bedingungen die T-Shirts, Jeans und Hemden entstanden sind, desto mehr kommen Händler, Textilunternehmen und Zulieferer in Bredouille. Wenn hier keine zufriedenstellenden und nachweisbaren Aussagen gemacht werden, dann sollte wo anders gekauft werden. Hier gibt es ein paar Einkaufs-Tipps. Allerdings empfinden wir Fairtrade nicht als eine 100% faire Gesellschaft. Leider gab es hier in diversen Medienberichten auch schon Missstände zu berichten. Im Grunde ist der Ansatz des Fair-Trade Handels jedoch gut, leider hapert es laut den Sendungen scheinbar noch hier und da an der Umsetzung. Schade!

Natürlich können auch Spenden wirksam sein. Jede Spende kann etwas bewirken. Wer nicht zahlen kann, für den gibt es immer noch die Möglichkeit Protest-Mails zu senden. Mails kosten nichts und in nur wenigen Minuten kann man seine Stimme erheben. Je mehr Menschen den internationalen Handel auffordern, für faire Produktionsbedingungen in der gesamten Textilien Lieferkette zu sorgen, desto mehr kann auch etwas bewirkt werden. Angefangen vom Baumwollfeld bis hin zum Ladentisch sollten alle Hersteller transparent werden und Verantwortung dafür übernehmen, dass die Arbeitgeber der Zulieferer-Fabriken Menschen- und Arbeitsschutzgesetze einhalten, sowie faire Löhne zahlen.

Sie möchten sich engagieren? Warum nicht am besten jetzt gleich? Diese Protest-Mail Aktion wäre ein Anfang. Natürlich sind auch direkte Mails an Textilunternehmen immer ganz gut. Zudem lohnt sich ein Blick auf die Website des INKOTA Netzwerks. Solche Netzwerke betreiben Öffentlichkeitsarbeit für die Armen. Für Menschen, die keine Rechte mehr haben und Ihre Stimme nicht erheben dürfen. Das verdient von uns ein großes Lob und dafür betreiben wir auch gerne kostenlose Werbung! 

Nützliche Links: 

sklaverei-in-mode

saubere-kleidung

inkota

wie-fair-ist-fairtrade

 

Bild: H.D.Volz  / pixelio.de

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