Winterreifen – Sicher durch Eis und Schnee

Vor allem jetzt im Januar ist eine angemessene Bereifung nicht wegzudenken. Wer meint auch in diesen Schneezeiten mit seinen Sommerreifen ebenso gut klarzukommen, irrt sich. Eine Fortbewegung mit Sommerreifen gefährdet nicht nur die eigene Gesundheit, sondern auch die von anderen Menschen. Gute Winterreifen müssen auch bei Schnee die Antriebs-, Lenk- und Bremskräfte des Autos sicher und konsequent auf die Straße bringen, daher sind die Anforderungen an einen Winterreifen auch höher als bei  Sommerreifen. Ein weiterer Grund: Im Gegensatz zu Sommerreifen verhärten nicht die Gummimischungen bei abnehmender Außentemperatur. Die Folgen davon wären als Beispiel weniger Zugkraft, ein längerer Bremsweg  und ein geringerer Seitenhalt.

Worauf sollte man beim Kauf von Winterreifen achten?

Winterreifen sind zum einen erkennbar durch das Schneeflockensymbol auf der Reifenflanke. Zudem erkennt man Winterreifen am Buchstabenkürzel  M+S  „Matsch und Schnee“,. Der Vorteil: Gute Winterreifen bleiben, dank einer speziellen Gummimischung, selbst bei Kälte länger elastisch. Auch Ganzjahresreifen- auch Allwetterreifen genannt- haben häufig ein solches M+S-Symbol und sind somit faktisch auch Winterreifen.

Gemäß StVO sollten Winterreifen mindestens über eine Restprofiltiefe von 1,6 mm verfügen. Dennoch sind sich viele Experten darüber einig, dass Winterreifen eine Profiltiefe von 4 mm nicht unterschreiten sollten. Auch das Alter der Reifen spielt beim Kauf eine wichtige Rolle. Wer neue Winterreifen kauft, der geht in der Regel davon aus, dass sie auch zeitnah hergestellt wurden. Das ist jedoch für die Hersteller nicht immer realisierbar. Die Vielzahl der Reifenformate zwingt den Handel daher zur Lagerhaltung. Die Folgen: Auch Reifen die schon ein paar Jahre auf dem Buckel haben gehen über den Ladentisch. Käufer sollten darauf achten, dass die Winterreifen nicht älter als drei Jahre sind. Das Reifenalter kann anhand der Dot-Nummer ermittelt werden. Die vierstellige DOT Nummer von 2514 bedeutet zum Beispiel, dass der Reifen in der 25. Kalenderwoche des Jahres 2014 (also Juni 2014) gefertigt wurde.  Wie lange Winterreifen nach dem Kauf halten, hängt von vielen Faktoren ab. Zum einen vom Alter selbst und vom Anderen von der Abnutzung. Nach 5 Jahren Einsatz empfiehlt es sich einmal einen Fachmann drüber schauen zu lassen.

Wer trotz Winterreifenpflicht bei Glatteis, Schneeglätte, Schneematsch, Eis- oder Reifglätte dennoch mit Sommerreifen unterwegs ist und erwischt wird, kann mit 60 Euro Bußgeld rechnen. Zusätzlich gibt es einen Punkt in Flensburg. Bei Behinderung anderer Verkehrsteilnehmer sollen sogar 80 Euro auf den Autofahrer zukommen.  

Das EU Reifenlabel

EC tyre labelSeit dem 01.11.2012 gilt die Europäische Reifen-Kennzeichnungs-Verordnung (EU/ 1222/2009). Das sogenannte „Reifenlabel“ ist eine Kennzeichnung für Kraftfahrzeugreifen. Nach den Festlegungen der EU-Verordnung müssen Hersteller von Reifen für PKW sowie leichten und schweren Nutzfahrzeugen für jedes Produkt folgende Angaben deklarieren: die Kraftstoffeffizienzklasse, die Nasshaftungsklasse sowie die Klasse der Geräuschemission bzw. des externen Rollgeräuschs inkl. Messwert (dB).

Kraftstoffeffizienz           

Die Kraftstoffeinsparung hängt grundsätzlich vom Fahrzeug und den jeweiligen Fahrbedingungen ab. Der Rollwiderstand der Reifen gehört dabei auch dazu. Dieser beeinflusst direkt den Kraftstoffverbrauch des Fahrzeugs. Je niedriger der Rollwiderstand ist, desto weniger Benzin wird verbraucht. Die beste Bewertung in dieser Kategorie ist der Buchstabe „A“ (Grün), wohingegen das rote „G“ die schlechteste Bewertung darstellt. Der Buchstabe „D“ ist nicht belegt. Von A nach G wird der Verbrauch mit jedem Buchstaben auf 100km um 0,1l höher bei einem Verbrauch von Ø 6,6 l.

Nasshaftung                     

Der Wirkungsgrad hängt auch hier vom Fahrzeug und den Fahrbedingungen ab. Bei der Nasshaftung wird die Länge des Bremsweges auf nasser Fahrbahn bewertet. Die Bewertung geht von einem  „A“ (Grün) bis zu einem roten „G“. Von A nach F wird der Bremsweg mit jedem Buchstaben länger. Die Buchstaben „D“ und „G“ sind momentan nicht belegt. Im Falle einer Vollbremsung kann sich der Bremsweg bei Komplettausstattung des Fahrzeugs mit Reifen der Klasse A im Gegensatz zur Klasse G um bis zu 30 % verkürzen. Bei dieser Bewertung wird von einer Geschwindigkeit von 80 km/h ausgegangen. Mit einem normalen PKW kann der Bremsweg auf einer durchschnittlich griffigen Fahrbahn so um bis zu 18 m kürzer sein.

Geräuschemission     

Angegeben wird der Wert des externen Rollgeräusches des Reifens in Dezibel. Jeder zusätzlich schwarze Streifen im Piktogramm bedeutet eine Erhöhung des externen Rollgeräuschs. Zu beachten ist dabei, dass das externe Rollgeräusch des Reifens nicht immer mit dem Geräusch im Fahrzeuginnenraum korreliert. Bei den in diesem Beispiel gezeigten Label werden zwei schwarze Streifen und 72dB angegeben. Diese weisen darauf hin, dass das externe Rollgeräusch des Reifens den ab 2016 geltenden EU-Grenzwerten entspricht oder um bis zu 3 dB darunter liegt. 

 

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