MTD Minirider 76 RDE

Wer Besitzer eines großen Gartens ist, der weiß wie anstrengend und zeitaufwändig das Mähen in den Sommermonaten sein kann. Kaum hat man eine Hälfte fertig, wächst es auf der anderen Seite wieder nach. Ein Benzinrasenmäher mit Heckantrieb sorgt hier für Abhilfe. Noch besser sind jedoch Aufsitzmäher! Diese haben in der Regel größere Schnittbreiten und erleichtern durch das Aufsitzen die Arbeit. So wie unser heutiger Testkandidat, der MTD Minirider 76 RDE. Der Aufsitzrasenmäher ist für Rasenflächen bis zu 2.500 m² geeignet. Ob und vor allem wie das Produkt mit unserem abwechslungsreichen Testgarten zurechtkommt, das zeigt der folgende Testbericht.

MTD ist ein amerikanisches Unternehmen mit Sitz in Cleveland, Ohio. Der Konzern ist einer der weltgrößten Hersteller und Vertreiber motorisierter Gartengeräte. MTD wurde 1932 in den vereinigten Staaten von deutschen Einwanderern gegründet. Zunächst diente das Unternehmen als Zulieferer von Werkzeugen und anderen Produkten, später wurden eigene Produkte hergestellt; anfangs Dreiräder und Schubkarren, später auch Gartengeräte. 1958 wurde durch MTD der erste Handrasenmäher hergestellt. Die meisten Garten- und Heimwerkergeräte werden an zahlreichen Produktionsstandorten in den USA, Kanada und Europa produziert. Der MTD Minirider 76 RDE wird in den USA hergestellt.

Geliefert wird der MTD Minirider 76 RDE mittels Spedition auf einer großen Palette. Mit den Abmessungen von 192 x 86 x 112 cm ( L x B x H) lässt sich der Minirider auch durch so manches enge Gartentor manövrieren. Mit einem Gewicht von 144 kg benötigt es schon einiges an Kraft und Hilfsmittel, um den Aufsitzmäher beispielsweise eine Treppe oder einen Hang mit einem sehr starken Gefälle hochzubewegen. Als mitgeliefertes Zubehör gibt es einen 150 Liter Fangkorb sowie einen Mulchaufsatz. Das Schnittgut kann somit sowohl wahlweise aufgefangen als auch ausgeworfen und gemulcht werden. Es werden zudem mehrere Anleitungen mitgeliefert; eine für den Aufsitzrasenmäher selbst, eine Konformitätserklärung und eine Anleitung für den Motor. Letztere ist jedoch ohne eine Übersetzung in Deutsch. Die Hauptanleitung des MTD Minirider 76 RDE ist jedoch u.a. in deutscher Sprache und erklärt in leichtverständlichen Schritten inkl. Abbildungen den Aufbau und Betrieb.

Äußerlich überzeugt der MTD MINIRIDER 76 RDE bereits durch sein ergonomisches, gleichwohl kompaktes Design in der ansprechenden rot-schwarzen Farbe. Beim Motor handelt es sich um einen 1-Zylinder mit 7,9 kw (10 PS) und 382 m³ Hubraum, welcher mit normalem bleifreien Benzin betrieben wird. Die Umdrehungen liegen bei 2900/min und die Geschwindigkeit bei 6-9 km/h. Der MTD Minirider 76 RDE verfügt zudem über 6 Vor- und Rückwärtsgänge. Die Schnittbreite beträgt 76 cm. Zudem verfügt der Aufsitzmäher über eine Mähwerkkupplung und Schnitthöhenverstellung in 5 Stufen zwischen 38 und 95 mm. Gestartet wird elektronisch per Zündschlüssel. Geliefert wurde jedoch nur einer. Ein Ersatzschlüssel wäre hier noch gut gewesen. Die Luftreifen haben eine ordentliche Profiltiefe und unterschiedliche Größen; Vorne 13 x 5 und hinten 16 x 6,5. Scheinwerfer und eine Hupe gibt es nicht.


Wir testen und bewerten den Benzin-Rasenmäher anhand folgender Kriterien: Leistung, Funktionen, Materialeigenschaften und Bedienbarkeit. Laut Hersteller ist der Minirider 76 RDE zum Mähen der Oberflächen bis ca.2.500 m² geeignet. Für unseren Test steht uns ein Rasen auf einem Gelände von rund 1000 m² zur Verfügung. Dieses ist teilweise flach, verwinkelt, hat schwer zugängliche Stellen und an manchen Stellen ein Gefälle von ca. 14-20 %. Erschwerend kommt noch hinzu, dass das Gras teilweise mit über 15 cm besonders hoch gewachsen ist. Zudem gibt es in manchen Bereichen einiges an Unkraut. Vor allem die hohen Brennnesseln sind sicher keine leichte Aufgabe.

Im Auslieferungszustand befindet sich im Minirider 76 RDE bereits ausreichend Öl und sogar etwas Benzin im Tank. Dieser umfasst 4,9 Liter. Somit passt fast ein voller Benzinkanister hinein. Sowohl das Befüllen mit Öl als auch mit Benzin funktioniert beim hochgeklappten Sitz einwandfrei. Als besonderes Sicherheitsmerkmal lässt sich der MTD Minirider 76 RDE nicht starten, wenn kein Aufsatz auf dem seitlichen Auswurf ist. Das Variieren zwischen dem hinteren Auswurf mittels Rohrs und dem Mulchaufsatz lässt sich in schnellen Schritten erledigen. Dabei wird nicht einmal ein Schraubendreher benötigt. Der gefederte und gut ausgepolsterte Fahrersitz ist groß und besonders bequem. Auch in diesem steckt ein toller Mechanismus: Sobald man vom Sitz aufsteht schaltet sich der Motor ab. Der Motorstart klappt im Test auf Anhieb. Im Freien sind die vom Hersteller angegebenen 100 dB kaum als solche wahrzunehmen. Von der Lautstärke her ist der Minirider akustisch kaum lauter als ein normaler Benzinrasenmäher. Der mittlere Hebel vor dem Sitz regelt vor, zurück und den Leerlauf. Dieser Hebel sollte natürlich nur dann betätigt werden, wenn die Kupplung, welche zugleich auch als Fuß- und Feststellbremse fungiert, gedrückt wird. Nach dem Schalten in den ersten Gang und auf Vorwärts eingestellt, fährt der Aufsitzrasenmäher nach Loslassen der Kupplung auch schon los. Er fährt nun also quasi von selbst, ohne dass Gas gegeben werden muss.

Die 6 Gänge sind somit auch eine Art Tempomat. Die Zahlen sind jedoch aufgrund des gleichen roten Farbtons nicht gut zu erkennen. Zudem gibt es noch einen seitlichen Gashebel, welcher die Geschwindigkeit ebenfalls reguliert. Im ersten Gang und geringsten Geschwindigkeits-Modus, welcher mit dem Schildkrötensymbol gekennzeichnet wurde, bewegt sich der Minirider konstant bei ca. 6 km/h, was einer normalen Laufgeschwindigkeit zu Fuß entspricht. Hierbei lässt sich das Fahren wunderbar üben und kennenlernen. Das Transmatic-Getriebe hat auch den Vorteil, dass man sich beim Fahren komplett entspannen kann, da sogar die Füße kein Pedal zum Fahren drücken müssen. „Schalten ohne zu halten“ heißt es beim Transmatic-Antrieb, doch im Test funktioniert das nur bedingt und auch lediglich, wenn von einem niedrigen auf einen höheren Gang geschaltet wird. Um alle Gänge ordentlich zu schalten, müssen wir jedes Mal die Kupplung bzw. in diesem Fall auch gleichzeitig die Bremse betätigen. Das Starten im 6. Gang meistert der Aufsitzmäher jedoch ohne Probleme, selbst, wenn vor einem Hügel angefahren wird.  Im höchsten Gang und bei maximaler Geschwindigkeit mit dem Hasensymbol kommt der Aufsitzmäher richtig in Fahrt. Mit 9 km/h ist er besonders schnell und bleibt dabei stets souverän. Auch der Rückwärtsgang verhält sich gut. Was uns im Test ebenfalls sehr gut gefällt ist das Lenkrad und der geringe Wenderadius von nur 46 cm.

  

Um das Schneidewerk zu aktivieren, müssen wir im gestarteten Zustand die Mähwerkkupplung langsam lösen, bis es gestartet hat. Auch dies funktioniert im Test gut, und wir hören die kraftvolle Klinge sich drehen. Dass vor allem mit den Füßen ein gewisser Sicherheitsabstand zur unteren Wanne gehalten werden muss, sollte jedem Anwender klar sein, denn hier droht eine sehr hohe Verletzungsgefahr! Beim Befahren auf Bereichen mit hohem bis sehr hohem Gras benutzen wir die Schnitthöhe 5. Bei besonders dichtem Wuchs inkl. Unkraut eignet sich der Seitenauswurf mit Mulchaufsatz besser. So bekommt der Aufsitzmäher „mehr Luft“ und kommt besser zurecht. Im Test meistert der MTD Minirider 76 RDE hohes Gras und Gestrüpp mit Bravour. Selbst 176 große Brennnesseln überfährt und zerkleinert der Aufsitzrasenmäher ohne zu zögern. Lediglich, wenn im Test an Stellen wie einen Stumpf oder mehrere Äste gestoßen wird, kommt es zum Stillstand. Auch drehen die hinteren Räder manchmal durch, vor allem auf weichem Untergrund. Ein Front- oder Allrad-Antrieb wäre zwar besser, doch der Hinterradantrieb erweist sich im Test als ebenfalls gut und besonders hartnäckig.

Anmelden, um den ganzen Beitrag zu lesen

Anzeigen