Der Braun All in One Series 9 ist das neue Ganzkörper-Pflegeset von Braun: Bart kürzen und formen, Haare und Konturen schneiden, Körper rasieren, Nase, Ohren und Augenbrauen trimmen udn mehr sollen damit möglich sein. Wir haben das Set im Alltag getestet und präsentieren heute unseren Bericht.
Der Braun All in One Series 9 ist kein klassischer Folienrasierer für die tägliche Glattrasur, sondern ein Ganzkörper-Pflegeset: Bart kürzen und formen, Haare und Konturen anpassen, Körper rasieren, Nase, Ohren und Augenbrauen trimmen, plus ein Nassrasierer für zwischendurch. Die Braun Series 9 Pro/Pro+ bleibt der spezialisierte Gesichtsrassierer mit Scherfolie, doch der neue All in One Series 9 macht die Pflege rundherum.
Unsere Testkriterien
Wir testen und bewerten das Gerät anhand der folgenden Kriterien:
• Materialeigenschaften
• Funktionalität
• Handhabung
• Haltbarkeit

Lieferumfang und erster Eindruck
Im Karton stecken einige Überraschungen. Der Lieferumfang gehört zu den umfangreichsten, die wir je im Test hatten. Kein Wunder, haben wir hier ja ein 23-in1 Produkt vor uns liegen. In der Verpackung ist der kabellose Haupttrimmer, Ladestation, Organizer-Etui, Tasche, Reinigungsbürste, der Gillette Labs Nassrasierer, 13 Kämme und 6 Aufsätze. Daraus bildet Braun die 23-in-1-Zahl: unter anderem ProBlade, ProContour, SmoothShave, SkinGuard, Ohr- und Nasentrimmer sowie verstellbare Kämme. Das komplette Set wiegt rund 670 g, die Umverpackung etwa 25,2 × 16 × 8 cm.
Materialeigenschaften und Funktion
Gehäuse mit AquaGrip, Designed in Germany, 100 % wasserdicht. Die ProBlade rastet fest ein, Aufsätze wirken wertiger als übliche Einsteiger-Sets. Das Griffgehäuse bleibt Kunststoff, leicht und griffig, Kunststoff aber dennoch solide.
AutoSense ist im Alltag der merkbare Unterschied zu einfachen Trimmern: Das Gerät liest die Haardichte und zieht in dichten Bartzonen spürbar nach, während feineres Haar nicht unnötig gerupft wird. Die 14 Längen – je nach Angabe von 0,5 bzw. 3 bis 21 mm – decken den Weg vom kurzen Stoppelbart bis zum kürzeren Vollbart ab. Fade- und Feinkämme helfen bei Übergängen an Wange, Hals und Schläfe; wer Konturen ziehen will, wechselt auf den Präzisions- bzw. ProContour-Kopf.Am Körper zählen SkinGuard, die Sensitive-Kämme und der BodyGentle-Modus.

An empfindlichen Stellen bleibt die Rasur kontrollierter als mit einem nackten Standardaufsatz, vorausgesetzt man arbeitet mit der Haarwuchsrichtung und ohne Druck. Der SmoothShave-Kopf glättet den Körper anständig, ersetzt aber natürlich keinen Series-9-Pro+-Folienrasierer im Gesicht. Dafür liegt der Gillette Labs Nassrasierer im Set – sinnvoll, wenn die Wange wirklich glatt sein soll. Nase, Ohren und Augenbrauen erledigt das passende Aufsatzpaar schnell; das ist Pflege, kein Ersatz für einen dedizierten Mini-Trimmer in der Kulturtasche, reicht aber für den Wochenrhythmus.
Der Li-Ionen-Akku reicht offiziell bis 120 Minuten, die Vollladung an der Station dauert 90 Minuten. Für den typischen Ablauf aus Bart, Kontur und kurzer Körperpflege reicht eine Ladung viele Tage. Eine offizielle Dezibel-Angabe veröffentlicht Braun nicht; im Bad bleibt das Gerät hörbar wie ein kräftiger Trimmer, ohne zum Lärmhammer zu werden.
Die Genauigkeit des Nasentrimmers sitzt nicht immer zu 100 Prozent. Wird der Kopf etwas schräg angesetzt oder zu schnell kreisend geführt, bleiben einzelne Stellen stehen. Deshalb kann eine Anwendung durchaus ein paar Minuten dauern, bis wirklich jedes feine Härchen erfasst ist. Am zuverlässigsten arbeitet man langsam, flach und mit geringem Druck. Größere, kräftigere Haare nimmt das Gerät dagegen schon im ersten Durchgang zuverlässig mit. Praktisch: Der Scherkopf lässt sich austauschen. Wer ihn nach längerer Nutzung ersetzen muss, kauft nicht gleich das komplette Gerät neu.

Unser Tipp: Nicht jedes Haar in Nase und Ohr gehört entfernt – und schon gar nicht tief innen. Nasenhaare wirken als natürlicher Schutz: Sie filtern Staub, Pollen und Tröpfchen und befeuchten die Atemluft. Wer sie weit nach innen vollständig rasiert, schwächt diese Barriere und reizt leicht die Schleimhaut. Sinnvoll ist nur das Kürzen dessen, was sichtbar aus dem Naseneingang oder dem äußeren Gehörgang herausragt. Den Trimmer höchstens wenige Millimeter einführen, langsam kreisen und niemals tief in Nase oder Ohr stoßen. Tiefer liegende Härchen bleiben besser stehen; sie gehören zum Schutz, nicht zum Styling. Bei starkem Ziehen, Blut oder Anzeichen einer Entzündung sofort aufhören. Kurz gesagt: Sichtbare Haare kürzen, den hinteren Innenbereich unberührt lassen.
Lautstärke und Vibration
Im Bad bleibt das Gerät hörbar wie ein kräftiger Trimmer, ohne großen Lärm wie eine übliche elektrische Haarschneidemaschine. Das Gerät hat zwei Stufen, beide arbeiten unterschiedlich und haben unterschieliche Geräuschentwicklungen. In Stufe 1 messen wir 40dB und bei Sufe 2 sind es 43dB vergleichbar mit dem Brummen eines Kühlschranks in etwa 1 m Abstand oder der Geräuschkulisse in einem ruhigen Büro/Wohnraum.
Im Test spüren wir die Vibrationen des Geräts sehr deutlich. Vor allem nach längerer Anwendung fängt es in der Hand an besonders zu kribbeln aber man kennt es von Haarschneidemaschinen nicht anders.
Handhabung
Der Aufsatzwechsel wird schnell zur Routine: Kopf abziehen, neuen einrasten, kurz auf festen Sitz prüfen, nach wenigen Versuchen sitzt der Griff. Wer morgens Bart, Kontur, Körper und Nase nacheinander macht und dafür fünf Köpfe tauscht, braucht länger als mit einem reinen Folienrasierer. Dafür entfallen Extra-Geräte im Schrank und das Suchen nach dem zweiten Trimmer. Die Ladestation hält das Gerät griffbereit am Waschbecken; nach der Nutzung stellt man es ab, ohne Kabel zu suchen. Unter der Dusche gibt AquaGrip Halt, nasse Finger rutschen weniger.

Die Reinigung bleibt einfach: Kopf abnehmen, unter Wasser abspülen, mit der Bürste Reste aus den Zähnen holen, trocknen lassen. Eine SmartCare-Station wie beim Series-9-Pro+-cc-Modell gibt es nicht – geputzt wird von Hand, das dauert nur kurz, will aber nach jeder Sitzung gemacht sein. Das Organizer-Etui lohnt sich, sobald mehr als zwei Aufsätze im Spiel sind; sonst liegen Kämme schnell lose in der Schublade. Insgesamt führt sich das Gerät ausgewogen, der Schalter sitzt logisch, und wer den Ablauf einmal festgelegt hat, kommt zügig durch die Pflege.

Haltbarkeit
Wasserdichte Abdichtung, fester Rastmechanismus und ProBlade sprechen für Dauerbetrieb. Die Schwachstelle ist die Teilemenge: ohne Etui verlegt man schnell Kämme, daher sollte man diese imemr wieder in das Etui setzen. Bei guter Pflege ist das Set auf Jahre ausgelegt.
Fazit: Der All in One Series 9 ist eine starke Zentrale für Bart, Körper und Kontur. ProBlade, AutoSense, AquaGrip und sowie die tatsache, dass es ein 23-in-1 Gerät ist machen das Produkt einzigartig. Preis und Aufsatzfülle lohnen sich jedoch nur, wenn mehrere Zonen gepflegt werden sollen. Eine automatische Reinigungsstation wie beim klassischen Series-9-cc-Modell fehlt. Wer nur die Wange glatt haben will, der greift zum klassischen Series-9-Rasierer.



