Lebend-Mausefallen: Nur wenige kommen heil wieder raus!

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Sogenannte Lebend-Mausefallen sollen ungebetenen Nagern eine tierfreundliche Art und Weise bieten, eingefangen und befreit zu werden. Doch lebend bedeutet nicht zugleich unverletzt! Im Test haben wir leider feststellen müssen, dass manche dieser vermeindlich humanen Produkte Mäuse stark verletzten können. Viele Fallen sind mangelhaft, und nur eine ist empfehlenswert. Welche das ist, und worauf Sie beim Kauf einer Lebenfalle achten sollten, das zeigt der folgende Testbericht.

Mäuse übertragen Krankheiten!

Wer Mäuse auf seinem Dachboden, im Keller oder gar in der Wohnung hat, der sollte diese so schnell wie möglich loswerden. Nicht nur die Nager an sich sind das Problem, viel mehr sind es deren Ausscheidungen wie Speichel, Urin und Kot! Hierdurch kann das gefährliche Hantavirus übertragen werden! Hantaviren werden von Nagetieren, wie z. B. der Brandmaus, Rötelmaus sowie Ratten auf den Menschen übertragen und können sogar lebensbedrohlich werden. Mögliche Übertragungswege für das Hantavirus sind Hautverletzungen, in die virushaltiger Staub gelangt, beispielsweise bei Kontakt mit verunreinigtem Boden oder Dreck, Bisse von infizierten Nagetieren, Lebensmittel, die mit Ausscheidungen verunreinigt wurden oder durch das Einatmen von virushaltigem Staub. Letzteres ist die häufigste Ursache und passiert zum Beispiel beim Laubrechen, Keller oder Garage ausfegen. Auch in einem Stall, Wald oder Feld kann eine Übertragung stattfinden. Das Infektionsrisiko kann durch das Tragen von Handschuhen und eines Mundschutzes beim Betreten oder Ausfegen von Räumen, wo sich Mäuse aufhalten, eingedämmt werden. Vor allem beim Fegen, Rechen oder Laubsaugen/blasen ist ein Mundschutz anzuraten.

Worauf Sie beim Kauf einer Lebend-Mausefalle achten sollten!

Im Internet gibt es viele sogenannte Lebend-Mausefallen, welche sich jedoch in manchen Fällen sogar als Todesfallen herausstellen können. Dies zeigen vor allem die Erfahrungsberichte und Produktrezensionen.

Wichtige Kritikpunkte beim Kauf einer Lebend Mausefalle sind vor allem die Größe, das Material, die Rezensionen und der Preis. Eine Lebend Mausefalle sollte eine Mindestlänge von 30 cm haben, aus Kunststoff bestehen sowie Luftlöcher besitzen. Zudem sollte sie breit genug sein, damit sich die Mäuse ausreichend umdrehen können. 8cm sollten es hier in der Breite schon sein. Bei den Rezensionen sollten Sie vor allem auf die negativen Bewertungen schauen und lesen, ob Mäuse dadurch verletzt oder getötet wurden. Auch der Preis gibt ein Indiz; Bewegt sich dieser zwischen 3 und 7 EUR ist Vorsicht angesagt! Mindestens 10 EUR sollten Tierliebhabern eine gute Mausefalle schon wert sein.

Auch wir haben verschiedene Varianten von Mausefallen getestet und dabei leider feststellen müssen, dass manche Mausefallen für die kleinen Nager nicht nur ungeeignet, sondern wahre Folterinstrumente sind.

Lebend-Mausefallen im Test

Für unseren Test haben wir uns für die gängigen und beliebtesten zwei Varianten entschieden: Drahtkäfig und Kunststoffummantelung. Wir möchten diese anhand folgender Kriterien bewerten: Konstruktion, Material, Funktion, Handhabung und Gesundheit.

Eng, gefährlich und unhygienisch: Aus diesem Gefängnis haben wir die Maus schnell befreit. 

 

Unser erster Testkandidat ist eine Drahtkasenfalle, welche als Lebendfalle beworben wird. Diese Fallen gibt es in unterschiedlichen aber sehr ähnlichen Ausführungen von verschiedenen Verkäufern. Der Preis ist aktuell mit rund 7 EUR natürlich sehr verlockend. Der erste Eindruck: Die Mausefalle ist mit ihren Maßen von 15x6x6 cm (LxBxH) extrem klein und eng. Die Länge von 15cm ist viel zu knapp bemessen. Viele Mäuse haben einen Schwanz mit einer Länge von ca. 7-10 cm. In der Breite können große Mäuse sich nur schwer drehen. Der Eingang ist mit einer Klapptür aus Metall versehen, welche mittels Bogen an einem kleinen Haken festgehalten wird. Dieser löst sich nach leichten Stößen schnell wieder ab, was zur Folge hat, dass die Falle bereits ohne Maus zuschnappt. Nach unten hin ist der Haken messerförmig und spitz. Daran wird der Köder gesteckt und hier kann sich die Maus beim Zubeißen ebenfalls verletzten. Zudem gibt es noch eine zweite Öffnung, die sehr leicht zu öffnen ist, sodass wir hier einen Draht zum zusätzlichen Verschließen anbringen mussten.

Auf diesem Bild erkennt man, wie der Schwanz der Maus eingeklemmt wurde. 

 

Im Test haben wir mit der Mausefalle in einem Zeitraum von ca. vier Wochen sechs Mäuse gefangen. Diese waren in der engen Falle nicht nur besonders ängstlich, sondern auch traumatisiert, denn es wurden drei Mäuse am Schwanz verletzt. Eine Maus wurde sogar der Schwanz abgetrennt! Der Grund ist die Konstruktion der Falle. Die Metalltür wird mittels Feder so stark gespannt, dass sie problemlos die Maus töten könnte. Aufgrund der kurzen Länge wundert es nicht, dass der Schwanz beim Zuschnappen eingeklemmt oder abgetrennt wird. Die einzigen Mäuse, die keine Verletzungen von sich trugen, waren kleine Spitzmäuse mit einer Körperlänge von ca. 5 cm.

 

Dieser Maus wurde der Schwanz starkt verletzt. Auf dem Holzboden sind Blutspuren zu sehen. .  

 

Ein weiterer Nachteil ist das Drahtgeflecht. Wer die Mausefalle ohne Handschuhe trägt, kann hier in Kontakt mit der Nasenspitze der Maus geraten oder eventuell sogar gebissen werden. Der Boden ist aus Holz, was ebenfalls von Nachteil ist, da sich hier Ausscheidungen (Kot, Urin, Speichel und Blut) absetzen können. Das Resultat: Die Mausefalle fängt im Test nach mehrmaliger Nutzung extrem an zu stinken und Hygienemaßnamen sind nicht möglich. Das Produkt ist also unserer Erfahrung nach höchstens 5x nutzbar (je nach Verschmutzung auch weniger), danach sollte es weggeworfen werden. Nachhaltig ist das Produkt somit auch nicht. Abgesehen davon raten wir von einem Kauf und einer Verwendung dieses Produktes dringend ab, da Mäuse durch derartige Produkte gequält werden!

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