Tchibo Cafissimo Classic

Die Cafissimo Classic im Test

Die Aufwärmzeit der Cafissimo dauert mit rund einer Minute unseres Erachtens etwas zu lange. Währenddessen benötigt die Maschine rund 1000 Watt Leistung. Die Brühzeiten sind teilweise besonders langsam: Für 230 ml Filterkaffee benötigt die Cafissimo im Test etwas über zwei Minuten. Etwa ebenso viel Café Crème dauern rund einer Minute in der Tasse. 30 ml Espresso sind dafür schon innerhalb von ca. 25 Sekunden fertig. Vor allem die Brühzeit des Filterkaffes dauert deutlich zu lange. Im Vergleich zu einer normalen Kaffeemaschine stellt die Kapselvariante in Sachen Geschwindigkeit hier somit keinen Mehrwert dar. Die Betriebslautstärke ist mit unseren gemessenen 54 dB in einem annehmbaren Bereich. Dank des von Tchibo eigens patentierten Drei-Druck-Brühsystems wird jeder Kaffee mit einem individuellen Brühdruck zubereitet. Niedriger Druck für Filterkaffee, mittlerer für Caffè Crema und hoher Brühdruck für Espresso. Der maximale Pumpendruck der Maschine liegt bei 15 bar. Die maximale Leistungsaufnahme beträgt 1050 Watt.

Die Temperatur der einzelnen Kaffeesorten stufen wir als befriedigend ein. Da der Wasserbehälter nur 1,2 Liter Wasser aufnehmen kann, müssen wir im Test bereits nach vier Tassen Kaffee diesen neu befüllen. Die Abtropfschale umfasst nur knapp 400 ml und ist bereits nach kurzer Zeit voll. Der Grund: Nach jedem wechseln der Kapseln fließt überschüssiges Wasser aus dem Kapselhalter. Überlaufen sollte sie jedoch bei Beachtung des Schwimmers nicht so schnell. Die Kapseln sind nach dem Zubereiten sehr heiß und mit Kaffeeresten übersehen. Daher entsteht nach jedem Wechsel rund um die Maschine etwas Schmutz. Ein weiteres Problem der Kapseln ist die Anhäufung von Plastikmüll. Kapseln, die nach jeder Tasse in den Müll geworfen werden müssen, sind nicht gerade als Nachhaltig anzusehen.  

Auch Tee lässt sich mit der Cafissimo im Test zubereiten. Wahlweise über die Heißwasser-Funktion und separatem Teebeutel oder mit den Tchibo-Eigenen Tee-Kapseln. Hierfür gibt es jedoch keine eigene Auswahltaste. Im Test probieren wir die Sorten TEATIME Fruit Harmony und Pure Black. Die Zubereitung testen wir anhand der vorhandenen Bedienelemente. Hier merken wir bei der Zubereitung keine großen Unterschiede. Beide Teesorten schmecken etwas wässrig. Lediglich der Pure Black kommt geschmacklich einem selber aufgebrühtem Tee etwas nahe. Die Heißwasser-Funktion an sich bekommt dafür ein Lob. Diese funktioniert souverän, und das Wasser wird sogar bis fast kochend heiß.

Weiter geht es mit dem Milchschäumer. Die Zubereitung von Milchschaum wird- anders als bei einem Kaffevollautomat- separat vorgenommen. Hierzu müssen wir die Cafissimo im Test erneut erhitzen lassen und hierfür den Dampferzeugungs-Knopf drücken. Auch hier ist wieder Geduld angesagt, denn nach etwa einer Minute ist der Dampf heiß genug und wir müssen erst einmal den Wasserdunst, der sich in der Lanze befindet, ablassen. Dieser Prozess sollte in einem Glas oder einer Tasse stattfinden. Der heiße Dampf kommt mit einem besonders starken Druck aus der Milchaufschäumdüse, und die Geräuschentwicklung dabei mit rund 72 dB ist sehr hoch.  Nichts für Kinderhände! Das Dampfrohr, das Metall der Aufschäumdüse und die Tasse werden beim Milchaufschäumen sehr heiß. Hier ist also besondere Vorsicht angesagt.  

Im nächsten Schritt nehmen wir eine Kanne mit einem Drittel kalter Milch und halten diese in die Lanze. Der Hersteller empfiehlt bei diesem Prozess „kreisende Bewegungen“ mit dem Behälter zu machen. Genauer gesagt: Der Benutzer muss nachhelfen! Nach ca. einer Minute hat sich im Test ausreichend Schaum gebildet und die Temperatur der Milch liegt nun bei ca. 70° Celsius. Danach müssen wir erneut Dampf ablassen, damit sich im System keine Luft bildet und um die Düse zu spülen. Die Aufschaumdüse ist inzwischen sehr heiß geworden, daher muss die gesamte Lanze abkühlen. Unserer Meinung nach ein zu hoher Aufwand für ein bisschen Milchschaum. Hier wäre ein separater, elektrischer Milchaufschäumer schon praktischer. 

Das optische Erscheinungsbild der einzelnen Kaffeesorten kann uns nicht ganz überzeugen. Cafissimo Kaffee kräftig und Caffè Crema sehen im Endfazit ähnlich aus. Die Crema ist nicht zu vergleichen mit einer echten Crema, und dem etwas wässrigen Milchschaum fehlt es an Feinporigkeit sowie Festigkeit. Der Filterkaffee ähnelt dem einer normalen Kaffeemaschine. Der Espresso ist von der Optik her zwar ausreichend, doch von der geschmacklichen Bewertung her gibt es hier ebenfalls keine Pluspunkte. Das Gleiche gilt für die Filterkaffee Variante. Wir merken vom Geschmack her keinen großen Unterschied zu einem herkömmlichen Filterkaffee. Die Sorten Caffè Crema Columbia und Caffè Crema India heben sich geschmacklich dafür etwas ab, sind jedoch auch nicht so lecker, wie wir es von anderen Kaffeemaschinen her gewohnt sind. Die Crema hat zwar die schöne haselnussbraune Farbe, dafür ist diese einfach nicht fest genug. Dies liegt vermutlich an der etwas zu geringen Wassertemperatur am Siebträger. Mit weiteren eher umständlichen Schritten kann man sich auch Kaffeesorten wie Cappuccino oder Latte Macchiato zubereiten. Aufgrund des Aufwands kann es sein, dass vielen auf Dauer die Lust auf diese Sorten vergeht. Die Kapselmaschine verfügt über eine automatische Abschaltung nach 7 Minuten.

  

Filtercafe                                                           Caffè Crema                                           Espresso

Die Reinigung ist ebenfalls etwas aufwändig. Aus hygienischen und gesundheitlichen Gründen sollten vor allem Teile, die mit Milch in Berührung kommen, gründlich gereinigt werden. Hier kommt vor allem der Milchaufschäumer ins Spiel. Die Reinigung bezieht sich im Großen und Ganzen auf das Saubermachen von Dampfrohr, Düse, Schale, Gitter, Espresso-Tisch, Kapselhalter und Wasserbehälter. Wie oft die Maschine entkalkt werden muss ist abhängig vor der Benutzung und vom jeweiligen Wasserhärtegrad. In Sachen Funktionen und Ausdauerfähigkeit konnte die Cafissimo im Test punkten. Die Maschine arbeitet noch wie zu Anfang und weist keinerlei Verschleiß auf.

Fazit: Die Tchibo Cafissimo macht optisch und materialtechnisch zwar einen guten Eindruck, doch im Test haben uns weder die Handhabung noch die Funktionen überzeugen können. Das Gleiche gilt für die sensorische Bewertung der einzelnen Kaffee- und Teesorten. Hinzu kommen die Ansammlung von Plastikmüll und die Folgekosten bei den Kapseln. Die Tchibo Cafissimo kostet zurzeit 99 EUR. Im Bereich der Kapselmaschinen unserer Ansicht nach nicht gerade günstig. Ein Nachfüllpack mit 10 Kaffee Kräftig Kapseln (78 Gramm Kaffee) kostet derzeit rund 2,90 EUR. Dieser Preis ist in der Relation zur Pulvermenge und Qualität unseres Erachtens viel zu hoch.

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