Omegon Teleskop N 150/750 EQ-4

Einen Blick in den klaren Sternenhimmel zu werfen ist immer wieder etwas besonders. Vor allem wenn man ein Teleskop sein Eigen nenne kann. So wie das Omegon N 150/750 EQ-4. Das Teleskop bietet den Einstieg für den ambitionierten Teleskop Anfänger und bietet bereits nicht nur Anfängern einen tollen Leistungsumfang. Ob der Anschaffungspreis von rund 400 EUR sich lohnt, und ob auch Fortgeschrittene davon profitieren können, das zeigt der folgende Testbericht.

Wir testen und bewerten das Omegon Teleskop N 150/750 EQ-4 anhand folgender Kriterien: Ausstattung, Aufbau, Materialeigenschaften, Handhabung und Funktion. Als Zubehör werden geliefert:

  • 25mm Plössl Okular zur 30-fachen Vergrößerung
  • 6,5mm Plössl Okular zur 115-fachen Vergrößerung
  • Leuchtpunkt-Sucher zum einfachen Auffinden der Himmelsobjekte
  • 2x Barlowlinse zur Verdoppelung der Okularvergrößerungen

Zudem haben wir uns für den Test für den Omegon Premium-Mondfilter 1,25“und den Omegon Easypic Universal Smartphone-Adapter entschieden.  

Die mitgelieferte Bedienungsanleitung lässt beim Aufbau etwas zu wünschen übrig. Teilweise werden Dinge anders umschrieben als es möglich ist und teilweise fehlen Beschreibungen einzelner Schritte. Wir müssen beim Aufbau somit viel mit unserem logischen Verstand nachhelfen. Der Aufbau ist nach ca. 30 Minuten erledigt und wir sehen ein standfestes und äußerst robustes Teleskop auf einem teilweise etwas wackeligen und sehr leichten Aluminiumgestell. Viele Teile sind aus solidem Gusseisen. Hinzu kommt das rund 4 kg schwere Gewicht, ebenfalls aus Guss. Beim Bewegen besteht aufgrund der Gewichte Verteilung schnell die Gefahr des Umkippens. Steht das Teleskop jedoch einmal, hat es einen festen und sicheren Stand. Auch lässt es sich einfach und präzise in alle Himmelsrichtungen bewegen.

Besondere Merkmale des Teleskop N 150/750 EQ-4:

  • hohes Auflösungsvermögen durch 150mm Öffnung
  • 1,25" Okularauszug mit großem Fokusbereich
  • einfaches Auffinden der Objekte
  • Justageschrauben für Fang- und Hauptspiegel
  • kompakt durch nur 66cm Länge
  • Tubus-Außendurchmesser 185mm

Im aufgebauten Zustand macht das Teleskop optisch gesehen schon mal eine sehr gute Figur. Es ist groß, wertig und nimmt etwas Raum in Anspruch. Die parallaktische EQ-4 Montierung ist eine solide Basis für die Teleskop-Optik. Durch diese ausgeklügelte Teleskopmontage können Anwender jeden beliebigen Punkt am Nachthimmel erreichen oder sogar Himmelsobjekte verfolgen. Mit unterschiedlichen Feinbewegungen in der Rektaszensions- und Deklinationsachse lassen sich Objekte detailgenau einstellen und halten. Das zuvor erwähnte Gegengewicht sorgt für die genaue Austarierung der Optik.

Durch das mitgelieferte Polsucher-Fernrohr findet man nicht nur den Polarstern auf, sondern auch binnen kürzester Zeit den sonst unsichtbaren Himmelsnordpol. Das Öffnungsverhältnis von 1:5 macht das Omegon N 150-750 EQ4 zu einem besonders lichtstarken Teleskop, welches bereits viele Details an den beobachteten Objekten zeigen kann. Das Lichtsammelvermögen des menschlichen Auges wird durch das Teleskop um das etwa 600-fache übertroffen. Mit den mitgelieferten Okularen in Verbindung mit der 2x Barlow-Linse erhalten wir im Test beim Mond und vielen Sternen besonders nahe und scharfe Bilder. Viele Galaxien können beobachtet werden aber auch Gasnebel wie der Omega oder Orion Nebel. Sirius bleibt auch bei meinem 5,5 mm Plössl-Okular jedoch nur ein funkelnder Punkt. Dafür können Wolkenbänder oder Monde rund um den Jupiter mit diesem Teleskop beobachtet werden. Selbst den Saturn bekommt man, wenn auch nur sehr klein, in das Okular. Man erkennt hier sogar die Ringe und kann ihn so identifizieren. Natürlich ist, je nach Monats- und Wetterlage, auch die Sichtung des roten Planeten möglich. Die Venus ist lediglich als ein unspektakulärer Punkt sehr tief am Firmament zu sehen. Pluto kann jedoch mit diesem Teleskop nicht gesichtet werden.

Beim Mond kommt das Teleskop voll zur Geltung! Dieser wird in einer atemberaubenden Größe und Schärfe dargestellt. Krater werden detailreich gezeigt und man wird beim Schauen durch das Okular direkt in den Bann gezogen. Im Test erhalten wir hier wunderschöne Bilder, welche wir mittels Smartphone und Adapter fotografiert haben. Wer durch das Okular schaut, dem empfehlen wir den Mondfilter, denn ohne diesen kann es gerade bei Vollmond zu starken Blendungen oder auf Dauer zu Augenschäden kommen. Der Grund liegt darin, dass der Mond etwa 25.000 mal heller als die hellsten Sterne ist. Ein Mondfilter dämpft die Helligkeit, macht Beobachtungen angenehmer und sorgt dafür, dass die Netzhaut nicht überreizt wird. Der Neutralfilter Premium-Mondfilter von Omegon verfremdet dabei nicht die Optik des Mondes, wie es z.B. bei grünen Mondfiltern der Fall ist. Dass man mit dem Teleskop nicht in die Sonne schauen darf, sollte eigentlich jedem bewusst sein, dennoch weisen wir auch hierauf hin. Eine solche Aktion kann zur Erblindung führen! Für Sichtungen in die Natur ist das Teleskop ebenfalls geeignet, doch auch hier kann es gerade im Sommer zu hellen Blendungen kommen.

Für den Start in die Welt des Teleskops und der Astronomie genügen die Okulare im Standardzubehör, doch wer etwas weiter hinausblicken will, der kann sich natürlich weitere Okulare dazukaufen. Astrofotografie kann man mit dem Teleskop wie bereits erwähnt mittels Smartphone oder, wenn man T2- inklusive dem 1.5mm-Adapter hat, eine Spiegelreflexkamera auf den Okular-Anschluss stecken. Allerdings nur in Verbindung mit dem mitgelieferten 25mm Okular.

Fazit: Vor allem für Einsteiger lohnt sich das Omegon Teleskop N 150/750 EQ-4. Das Set bietet alles, was man für einen gelungenen Start in die Welt der Astronomie braucht. Für Fortgeschrittene eignet sich das Teleskop ebenfalls, hier wird jedoch das Standardzubehör nicht ausreichen. Mit einem aktuellen Neupreis von rund 400 EUR bewegt sich das Teleskop in Sachen Einsteigermodell in einem hohen Rahmen, doch dafür bekommen Anwender auch deutlich tiefere und schönere Einblicke in das Universum, als mit einfachen Teleskopen für 100 EUR oder weniger, welche oftmals kaum einen besseren Blick als ein Fernrohr bieten. Auch optisch und Materialtechnisch ist das Omegon Teleskop N 150/750 EQ-4 auf einem höheren Niveau.

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