Transparenz Check: 26 Smartphone Hersteller im Vergleich

Samsung kommuniziert in Sachen Zulieferer und Herstellung auf der Website erstaunlich offen und unterstütze zwar das Verbot von Konfliktmineralien, wie zum Beispiel aus der sogenannten Demokratischen Republik Kongo, doch hätte sich dafür entschieden, anstatt die Beziehung zu den nicht konformen Lieferanten zu beenden, mit ihnen zusammenzuarbeiten. Infolgedessen suche Samsung nach Art und Weisen, die Verwendung von Konfliktmineralien in allen seinen Produkten zu beseitigen. Mehr Infos über Samsungs Verpflichtungen und das proaktive 

Engagement mit verschiedenen Brancheninitiativen, die sich mit den Problemen rund um Konfliktmineralien befassen, gibt es hier.

Seit 2013 ist Samsung bereits Mitglied der Indonesian Tin Working Group, die sich laut eigenen Aussagen gemeinsam mit der Zivilbevölkerung, der Electronic Industry Citizenship Coalition (EICC) und gleichgesinnten Technologie-Unternehmen dem nachhaltigen Zinn-Abbau auf den Bangka-Belitung Inseln widmen. Das Ziel sei es, unter Einbindung aller Beteiligten einen Prozess für die verantwortungsvolle Beschaffung von Mineralien zu etablieren. Des Weiteren strebe Samsung an, durch sorgfältige Prüfung gemäß der entsprechenden OECD Empfehlungen, vollständig auf die Verwendung der Konfliktmineralien (Tantal, Zinn, Wolfram und Gold) zu verzichten.

Samsung hat zudem ein internes Trade Compliance System (TCS) eingerichtet, um effizient Informationen zu Konfliktmaterialien und Compliance verwalten zu können. Außerdem nimmt Samsung am Conflict Free Sourcing Program (CFSP) der EICC teil. Samsung Electronics bemühe sich zudem, seine Menschenrechts- und Umweltverpflichtungen in der gesamten Lieferkette vollständig umzusetzen und einzuhalten. Im Einklang damit arbeite Samsung „unermüdlich daran, dass Arbeitsumgebungen an allen unseren Arbeitsplätzen internationalen Standards und Richtlinien entsprechen“. Jeder Lieferant, mit dem Samsung Geschäfte macht, müsse sich an den SAMSUNG eigenen Verhaltenskodex wenden.

Bezüglich Kinderarbeit gibt Samsung an, dass die interne Politik gegen Kinderarbeit auf dem UN-Übereinkommen über die Rechte des Kindes, den Grundsätzen der Kinderrechte und der Geschäftsgrundsätze und dem ILO-Übereinkommen basieren würde. Es erfordere zudem aller Tochtergesellschaften, sowie aller Lieferanten, diese Politik einzuhalten. Dementsprechend müssten alle unsere Tochtergesellschaften und Zulieferer dem strengen Beschäftigungs- und Altersnachweis entsprechen. Samsungs Politik gegen Kinderarbeit arbeite nach dem "Null-Toleranz" -Prinzip, was bedeutet, dass Kinderarbeit in jedem Stadium des Unternehmens inakzeptabel und unerträglich sei. Samsungs unterstütze zudem das „beste Interesse der Kinder“. (Nachzulesen im Nachhaltigkeitsbericht, Seite 189).

In Bezug auf die Fertigungsstätten ist SAMSUNG jedoch nicht besonders aussagefreudig. Vermutlich liegen mehrere Fabriken in Vietnam. Laut diesem Medienbericht produzieren auch Nokia, Intel, LG und weitere Hersteller dort oder bauen neue Fabriken. Der Grund: Da Smartphones in Handarbeit zusammengesetzt werden ist Vietnam als Produktionsstandort zurzeit interessanter als China. Vietnamesische Arbeiter verdienen zudem rund 150 Dollar im Monat, was weniger als halb so viel ist wie bei Arbeitern in Shenzhen/China. Infos über die Richtlinien, bzw. den Verhaltenkodex finden wir im Supplier Code of Conduct.

Unser Gesamteindruck von Samsungs Transparenz war zunächst sehr positiv, da viele, äußerst umfangreiche Berichte der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Dennoch: Trotz aller Auskünfte, Teilnahme an Organisationen, und trotz den Engagements in Form eigener Projekte bleibt uns auch hier ein gewisser Beigeschmack. Wörter wie Bestreben, Bemühungen, Anstrengungen genügen uns nicht. Genauso wenig wie Richtlinien und Leitfäden, welche bei Zuwiderhandlungen keine oder wenig Folgen für Hersteller und Zulieferer haben. Undurchsichtig bleibt, wer und wie oft prüft, ob Regeln eingehalten werden.

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